Sind die Unterschiede wirklich so groß?

Es gibt über 300 verschiedene Hunderassen. Sie unterscheiden sich grundlegend in ihrem Wesen - und das lässt sich sogar genetisch nachweisen. "In den 1930er Jahren führte der Psychologe William T. James große Messreihen mit dem EKG durch. Er fand heraus, dass jede Hunderasse ihr spezielles Profil an Gehirnströmen in Sachen Hemmbarkeit, Erregbarkeit, Aggressivität zeigte. In den 1990er Jahren kamen weitere Arbeiten hinzu. Dorit Feddersen-Petersen verglich die Herausbildung des Geruchssinnes bei Welpen verschiedener Rassen. Wie zu erwarten zeigten Labrador und Golden Retriever viel früher eine aktive und zudem intensivere olfaktorische Orientierung als etwa der russische Windhund Barsoi oder ein Bullterrier" schreibt Christoph Jung im Magazin HundeWelt 4/18.

"Wissenschaftler aus den USA um Evan MacLean haben Anfang 2019 eine Untersuchung mit nicht weniger als 17.000 Hunden veröffentlicht. Zum ersten Mal werden in einer wirklich repräsentativen Studie Hunderassen hinsichtlich spezieller Verhaltensmerkmale untersucht. 101 Hunderassen wurden in jeweils großen Stichproben angeschaut. Nicht weniger als 100.000 Loci, das heißt Orte in den Genen all dieser Hunde wurden verglichen. Dann erfasste man das Verhalten der Hunde. Hierfür kamen die Forscher aus ihrem "Elfenbeinturm" und stützten sich breit auf Hundehalter. Mit dem erprobten Fragebogen C-BARQ von Prof. Serpell wurde das Verhalten jedes einzelnen Hundes erfasst. Durch die riesige Stichprobe konnten schließlich fundierte Aussagen über rassebedingte Unterschiede im Verhalten getroffen werden. 131 Genabschnitte wurden gefunden, die 14 Verhaltensmerkmalen eindeutig zuzuordnen sind. Bei all diesen Verhaltensmerkmalen zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Hunderassen, also Unterschiede, die über Zufälle oder die Streuung innerhalb einer Rasse hinausgehen. Diese konnten eindeutig dem Erbgut zugeordnet werden, sind also erblich bedingt.

Die klarsten Unterschiede wurden im Jagdverhalten, in der Trainingsfähigkeit und in der Neigung zu Aggression gegenüber Fremden gefunden. Wie aus historischer und evolutionärer Sicht zu erwarten war, zeigen Hunderassen signifikante Unterschiede in Teilen ihres Verhaltensrepertoires. Die Studie ist ein bedeutender Fortschritt für das Verstehen unseres besten Freundes".

Um die Chance auf ein glückliches Leben zu haben, sollte man seinen Hund kennen. Denn für jeden Hund bedeutet Erfüllung etwas ganz anderes.

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