Rassehund oder Mischling?

Rassehund, Mischling oder Hund aus dem Tierschutz?

Um hier Klarheit in den Dschungel der Informationen zu bringen, laden wir Sie ein, von oben auf den Bereich der Hundevermittler zu schauen.

Wir finden hier Menschen, die Hunde züchten. Sie haben sich irgendwann in eine spezielle Rasse aufgrund ihrer Eigenheiten verliebt und oft ihr Leben in die Erhaltung und Verbesserung dieser Rassehunde gesteckt. Nichts anderes macht der WWF, der sich der Erhaltung der Artenvielfalt gewidmet hat. Einige dieser Menschen vermitteln ein realistisches Bild ihrer Hunde, aber wir finden hier auch Menschen, die "ihre" Rasse verklären.

Es gibt auch Menschen, die Hunde aus dem Tierschutz vermitteln. Hunde, die ansonsten unter elenden Bedingungen umkommen müssen. Hier finden wir Menschen, die ihr Leben dem Tierschutz und der Hunderettung gewidmet haben. Etwas, was zutiefst ehrenswert ist. Aber es kann auch zu einer Art emotionalen Druck führen, es diesen Menschen gleich zu tun. Doch Entscheidungen, die unter Druck getroffen werden, sind selten gut. Nicht jeder Mensch ist dazu geeignet, einem Hund mit Vorgeschichte gerecht zu werden. Aus diesem Grund ist MItleid ein schlechter Ratgeber. Sicher wäre es in höchstem Maße edel, einen Hund zu retten. Doch gerade Neu-Hundehalter sind mit einem solchen Hund eben auch schnell überfordert und unglücklich.

Dann gibt es Menschen, die einfach vermehren und Mischlinge produzieren. Hier finden Sie Menschen, die auf den "degenerierten" Rassehund schimpfen und ihre Mischlinge als robuster und gesünder anpreisen. Dies stimmt nicht - das sei hier in aller Deutlichkeit gesagt. Nur weil etwas immer und immer wiederholt wird, ist es nicht richtiger. Dieses Vorurteil mag daher stammen, dass verantwortungsvolle Züchter die Augen vor rassetypischen Krankheiten nicht verschließen. Zum Wohle der Hunde. So hat man beispielsweise festgestellt, dass Labradore zu Ohrenentzündungen neigen. Das liegt daran, dass diese Rasse so gerne schwimmt. Dadurch kommt schnell Wasser in die Ohren und die Hunde haben im Vergleich zu eher wasserscheuen Rassen eben häufiger mit Ohrenentzündungen zu tun. Der derart informierte Labbibesitzer trocknet nun daraufhin seinem Hund nach dem Bad die Ohren gut ab und widmet der Ohrenpflege höhere Aufmerksamkeit. Bei Schäferhunden, den Profisportlern unter den Hunden, sind es die Gelenke, die besondere Beachtung verdienen. Ein Hund, der im Schutzdienst aktiv ist und sich körperlich derart auspowert, benötigt gelenkstärkende Nahrung. Ähnlich wie ein Leistungssportler profitieren sie von einer optimierten Nährstoffversorgung, um die Fitness der Gelenke bis ins hohe Alter zu erhalten.

Mischlinge nun sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe nicht miteinander zu vergleichen. Ein Doggenmischling und ein Dackelmischling haben körperlich nicht viel gemein, so dass sie alle in einen Topf geworfen werden und man keine rassetypischen Erkrankungen bei ihnen feststellen kann. Das stimmt. Es gibt keine Krankheiten, die TYPISCH für Mischlinge wären. Sie leiden unter den gleichen Anfälligkeiten, wie ihre Elterntiere oder die Eltern der Elterntiere. Da man diese aber oft nicht kennt, fischt man im Trüben und kann leider keine vorbeugenden Maßnahmen treffen.

In kaum einem anderen Bereich findet man soviel Fanatismus. Es sind aber nur die Menschen, die sich hier mit teils unhaltbaren Vorwürfen und Ideologien überziehen - die Hunde können nichts dafür. Und letzten Endes sind alles Hunde, ganz egal, ob es sich um einen Rassehund oder einen Mischling handelt.

Bei der Auswahl gilt es folgende Tatsachen zu berücksichtigen.

1. Über Rassehunde:

Rassehunde sind seit Generationen an Menschen gewöhnt. Über 300 Rassen bieten eine Auswahl an verschiedenen Hundetypen an. Aussehen, Charakter, Erziehbarkeit, die Nähe zum Menschen, Leidenschaften, Wesen - das alles ist bei einem Rassehund vorhersehbar. Aus dem Grund findet man in sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens Rassehunde, wie den deutschen oder den belgischen Schäferhund. Ähnlich wie in der Pferdezucht gibt es Liebhaber einzelner Hunderassen, die sich der Erhaltung einer Art verpflichtet fühlen und Rassehunde züchten. Die Welpen haben in der Regel einen Traumstart ins Leben: sie verbleiben mindestens acht Wochen in ihrer gewohnten Umgebung, wachsen unter optimalen hygienischen Bedingungen auf und kennen innige Nähe zum Menschen von Geburt an. Dieser Service kostet. Für einen solchen Welpen zahlt man in der Regel je nach Rasse um die 1000 Euro. Dafür erhält man einen geimpften, mehrfach entwurmten Welpen von Eltern, deren Gesundheit vom Tierarzt überprüft wurde. Man bekommt ebenfalls einen kompetenten Ansprechpartner, falls es mit dem Welpen mal nicht so gut funktioniert. Manche Züchter bieten sogar eine Urlaubsbetreuung an. Man honoriert und unterstützt dabei sicherlich den verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung.

2. Über Mischlinge:

Mischlinge haben diese Vorteile nicht. Auch wenn man die Elternteile kennt, so weiß man nicht, wie sich die Eigenschaften in den Welpen zeigen. Es gibt einige Mischungen, die sogar eine recht brisante Temperamentslage erzeugen können. Wenn beispielsweise ein kraftvoller, aber besonnener Hundetypus mit einem temperamentvollen Hundetypus gekreuzt wird, so sind die daraus entstehenden Welpen unter Umständen nicht leicht zu erziehen. Man stelle sich bitte immer auch die Frage, warum diese Mischlinge entstanden sind. Wollte jemand, dass seine Hündin einmal einen Wurf hat, weil das gut für sie sein soll? Das ist nämlich nur ein Aberglaube, auch wenn er weit verbreitet ist, wird er nicht wahrer. Oder war die Hündin nicht kastriert, ein Unfall passierte, man hat nicht aufgepasst, brauchte das Geld oder wollte einfach einmal einen Wurf haben? Dies alles ist zwar möglich, weist aber nicht auf ein sehr verantwortungsvolles Handeln der beteiligten Menschen hin. Fakt ist folgendes: Mischlinge sind deutlich preiswerter als Rassehunde, weil sie keine vorhersehbaren Eigenschaften bieten. Sie sind wie eine Wundertüte: sie können herausfordernd sein, oder echte kleine Wunder. Gesundheitliche Vorteile bieten Mischlinge nicht. Sie stammen ursprünglich schließlich auch von Rassehunden ab und tragen die gleichen genetischen Bürden. In der Regel haben die Eltern auch kein Gesundheitszertifikat. Für einen Mischling zahlt man deswegen deutlich weniger, in der Regel eine Schutzgebühr zwischen 250,-- und 500,-- Euro.

3. Über Hunde aus dem Tierschutz:

Aus dem Tierschutz kann man auch einen bereits erwachsenen Hund übernehmen. Dies bietet durchaus Vorteile. Denn man bekommt, was man sieht. Aussehen, Größe und auch Eigenschaften sind bekannt. Seriöse Vermittler geben genaue Auskunft über Wesen, Charakter und die Vorgeschichte des Hundes. Unter Umständen verfügt der Hund sogar schon über eine Basiserziehung und ist auf ansteckende Krankheiten hin untersucht worden. Die Kosten für einen Hund aus dem Tierschutz sind mit der eines Mischlingswelpen vergleichbar. In der Regel wird eine Schutzgebühr erhoben. Sicherlich erhält man einen Hund mit Vorgeschichte. Das Vertrauen, dass sich bei der Aufzucht eines Welpen von alleine aufbaut, muss hier mit einem erwachsenen Hund erst erlernt werden. Gerade bei großen oder körperlich sehr starken Rassen sollte man sich gut über den Hund informieren. Schließlich ist es immer ein Stück Risiko, denn man gibt die Kontrolle ab. Aus diesem Grund ist es so wichtig, einen seriösen Vermittler zu haben, der den Hund auch wahrhaftig und wirklich kennt, mit allen Ecken, allen Kanten, allen Macken. Aber wenn dies gewährleistet ist, so kann man auch hier eine Auswahl treffen und es sind schon viele glückliche Mensch-Hund-Verpaarungen hervorgegangen.

4. Über günstige Rassehunde:

Leider ist es so, dass viele Menschen gerne einen Rassehundwelpen hätten - und dann im Internet nach Sonderangeboten suchen. In der Regel werden diese Menschen zum Kunden der Welpenmafia. Menschen, die Hündinnen als Gebärmaschinen missbrauchen und die Welpen viel zu früh entwöhnen. Den solcherart aufgezogenen Welpen sieht man das Elend auf den ersten Blick nicht an. Aber es ist, wie mit jedem Sonderangebot im Leben: niemand hat etwas zu verschenken. Es gibt immer einen Haken. Welpen von der Welpenmafia zeigen im späteren Leben oft Verhaltensauffälligkeiten wie Ängste, Agressionen oder unberechenbares Verhalten. Ein Leben mit einem solchen Hund zerstört oft viele Träume und Hoffnungen. Diese Tiere gehören in erfahrene Hände, nicht in die Nähe von Kleinkindern und Senioren. Die schlechten Aufzuchtbedingungen machen sie oft zum Träger von Parasiten, die auch auf den Menschen übertragbar sind.

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