Weißer Schäferhund

Für wen ist der Weiße Schäferhund der perfekte Partner?

Der Weiße Schäferhund oder offiziell „Berger Blanc Suisse“ ist ursprünglich eine Variante des Deutschen Schäferhundes, die in den letzten 40 Jahren zu einer eigenen Hunderasse entwickelt wurde. Ansonsten hat er dieselbe Gründungsgeschichte. In der Zucht des Deutschen Schäferhundes war die Farbe Weiß nicht wohl gelitten. Schließlich strich man 1933 die Farbe Weiß aus dem Standard. Man meinte, dass Weiß mit Erbkrankheiten gekoppelt sei. Das ist bei vielen Hunderassen tatsächlich der Fall, nicht aber beim Schäferhund. Das ist heute klar. Denn bei ihm stammt die Erbanlage für Weiß von Herdenschutzhunden wie dem Kuvasz oder Maremmanu, die lange vor der Begründung als Rasse durch den Rittmeister von Stephanitz schon einmal „mitgemischt“ hatten. In den USA und Kanada war die weiße Fellfarbe aber noch bis in die 1960er Jahre erlaubt, und so hieß der weiße Schäferhund zeitweise auch Amerikanisch-Kanadischer Schäferhund. Schweizer Hundefreunde holten ihn wieder nach Europa und bauten eine Zucht auf. So wurde er zu einer Schweizer Hunderasse. Der Weiße ist auch heute noch ein Arbeitshund par excellence. Er kann und will anspruchsvolle Aufgaben meistern. Das ist die größte Herausforderung an seine Haltung. Der Weiße Schäferhund ist ein Hund für aktive Menschen, die mit ihm etwas unternehmen wollen, idealerweise mit professionellen Aufgaben wie dem Rettungseinsatz oder im Hundesport. Auf der Grundlage körperlicher und mentaler Auslastung ist der Berger Blanc Suisse ein fantastischer Familienhund und treuer Freund der Kinder. Er ist hochintelligent und hat einen starken „will-to-please“. Das heißt praktisch, dass er lernen kann und will und das auf höchstem Niveau. Es liegt alleine an Herrchen und Frauchen, dieses enorme Potenzial abzurufen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Idealerweise erhält er eine professionell angeleitete Ausbildung. Zur Führung des Weißen Schäfers sind Hundeerfahrung und -verstand erforderlich. Er ist nicht unbedingt als Anfängerhund zu empfehlen. Gegenüber dem Deutschen Schäferhund hat der Weiße einige Vorteile. Er ist kein Arbeitsjunkie, wie man sie in manchen Arbeitslinien des Deutschen Schäferhundes findet. Andererseits hat er einen geraden Rücken und keinen abfallenden, wie sie leider in den Show-Linien des Deutschen Schäfers zu sehen sind. Individuell ist die Streuung natürlich groß. Er ist näher an dem gesunden Urtyp des Deutschen Schäferhundes, wie ihn Rittmeister von Stephanitz um 1900 gewollt hat.

Leider sehen wir auch beim Weißen hie und da auf Ausstellungen die abfallende Rückenlinie wie eine extrem kräftige und stark gewinkelte Hinterhand. Glücklicherweise ist das noch die Ausnahme und man kann nur hoffen, dass die fatalen Fehler in der Zucht des Deutschen Schäferhundes hier nicht wiederholt werden. Die Chancen sind gut. Im Großen und Ganzen ist der Berger Blanc Suisse eine gesunde und sehr robuste Hunderasse. In der Population verbreitete Anlagen zu Erbkrankheiten werden in der seriösen Zucht erfolgreich bekämpft. Der Weiße Schäferhund ist von seinem Charakter und seinen Fähigkeiten her ein Gigant. Es ist ein großes Glück und eine Freude, mit diesem vierbeinigen Freund leben und arbeiten zu dürfen. Das fordert er auch heraus. Er ist nicht unbedingt für eine Etagenwohnung in der Großstadt zu empfehlen, wohl aber für aktive Singles und sportliche Familien mit Kindern. Zudem ist der Weiße Schäfer pflegeleicht. Nur seine Haare sind zuweilen eine Herausforderung, und das nicht nur zu Zeiten des Fellwechsels. Da sollte man einen guten Staubsauger haben oder – besser noch – nicht allzu pingelig sein. Das ist dieser intelligente, treue Hund allemal wert.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege (Glatthaar)

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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