Franz. Vorstehhund

Der Ländliche

Französische Vorstehhunde sind außergewöhnlich edle Jagdhunde, die das Herz jedes Hundefreundes höher schlagen lassen. Wir haben zehn anerkannte Rassen dieser Gruppe. Je 5 gehören zum Typ Braque und zum Typ Epagneul. Manche Experten zählen auch noch den rauhaarigen Wasserspezialisten Barbet zu den Französischen Vorstehhunden. Die Braque sind, wie der Name schon andeutet, kurzhaarige Bracken. Sie werden bereits seit 1000 Jahren beschrieben. Die Epagneul sind langhaarig und haben zumindest einen Teil ihrer Wurzeln in mittelalterlichen Spaniels. Die Braque ähneln ein wenig dem englischen Pendant Pointer und dem Deutsch Kurzhaar. Die Epagneul erinnern an einen Großen Münsterländer oder einen Setter. Vorstehhunde stehen, wie der Name schon sagt, vor. Aus der Jägersprache übersetzt meint das: Der Vorstehhund zeigt dem Jäger mit seinem ganzen Körper, meist sogar mit einer ausgestreckten Vorderpfote und lang gezogenem Hals, wo sich Wild versteckt hat. Meist werden mit ihm Enten, Fasane oder Hasen gejagt. Die hervorragenden Sinne des Hundes haben sie entdeckt, lange bevor wir Menschen sie wahrnehmen können. Dann zeigen sie es still an. Nach dem Schuss suchen und apportieren sie die geschossene Ente oder den Hasen. Über hunderte von Jahren zählten Zucht und Ausbildung von Vorstehhunden zu den Hobbys des Hochadels. Man kann es vielleicht so vergleichen. Heute halten sich Superreiche große Fußballclubs, die sie in der Champions-League gegeneinander antreten lassen. Früher wetteiferten Fürsten, Herzoge und Könige mit ihren Jagdhunden um das Prestige der besten Jagdgesellschaften. Im 18. Jahrhundert war Paris das Mekka der Kultur dieser Gesellschaftsschichten. Louis XIV., der sich selbst Sonnenkönig nannte, war eine der schillerndsten Figuren der Geschichte. Er ließ seinen Patisseur extra Hundekuchen für seine Vorstehhunde backen und verfütterte diese höchstpersönlich. Diese Vergangenheit sieht man den Französischen Vorstehhunden noch heute an. Sie haben eine edle, fast aristokratische Ausstrahlung. Dafür können sie nichts. Es sind schlicht tolle Hunde von ihrer Leistung her und zugleich tolle Begleiter und Freunde. Sie sind auch heute noch ganz hervorragende Leistungsträger bei der Jagd. Oft werden sie nur in jagdliche Hand abgegeben. Will man sie als Nicht-Jäger halten, so sollte man sich der Verantwortung bewusst sein, diesen Hunden ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Das geht auch ohne den jagdlichen Einsatz, braucht aber entsprechenden Ausgleich. Diese höchst interessanten Hunde sind in Deutschland leider noch sehr selten.

Französische Vorstehhunde sind pflegeleichte und robuste Hunde. Zugleich sind sie meist sehr feinfühlig. Sie wünschen sich die enge emotionale Bindung an ein Frauchen und Herrchen mit viel Hundeverstand und -gefühl. Selbstredend sind sie keine Hunde für den unbedarften Ersthundehalter. Obwohl sie im Kern sehr gut zu erziehen und führen sind. Sie sollten eine jagdliche Ausbildung erhalten. Man sollte sich unbedingt rechtzeitig mit den im VDH vertretenen Vereinen für Französische Vorstehhunde in Verbindung setzen. Das gilt zum einen zur Klärung der Frage, ob ein solcher Hund überhaupt passt, dann bei der überaus wichtigen Frage zur Anschaffung des Welpen und schließlich bei Fragen der Erziehung und Ausbildung. Nicht zuletzt sind Treffen mit Gleichgesinnten ein Höhepunkt. Ein Französischer Vorstehhund ist kein Hund für eine Etagenwohnung in der Großstadt oder das Flanieren durch die Fußgängerzone. Idealerweise lebt er mit seiner menschlichen Familie auf dem Land. Ein Muss sind tägliche ausgiebige Spaziergänge bei jedem Wetter quasi als Grundversorgung. So geführt sind sie hervorragende, charmante Familienhunde und Begleiter, gerne auch für Singles. Mit solchen Hunden kann man ins beste Restaurant gehen - zumindest was das gute Benehmen der Hunde angeht. Es ist ein großes Glück mit solchen Hunden zusammenleben zu können.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ mit ihnen idealerweise jagdlich arbeiten kann

+ mit ihnen täglich durch die Natur streifen darf

+ sie beim Joggen begleitet

+ obendrauf ein freundlicher, anhänglicher Begleiter ist

dann passt ein Französischer Vorstehhund ganz hervorragend zu Ihnen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ keinen Dreck ins Auto oder nach Hause bringt

+ gemütlich zu Hause auf dem Sofa grunzt

+ wenig Zeit beansprucht

+ auch als Ersthund geeignet ist

dann ist ein Französischer Vorstehhund wahrscheinlich nicht der richtige Partner für Sie.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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