Bernhardiner

Der mit dem Fässchen

Der Bernhardiner gehört zu den wenigen Hunderassen, die wohl jeder kennt. Man nennt ihn auch Sankt Bernhardshund. Benannt nach einem Gebirgsmassiv in den Alpen. Der Schweizer Nationalhund wird gerne mit einem Fässchen Schnaps um den Hals dargestellt. Damit sollten sich gerettete Lawinenopfer "aufwärmen". Das Fässchen ist Legende, die Rolle als Retter ist historisch belegt. Einer, "Barry" - schweizerisch für Bärchen -, soll nicht weniger als 40 Menschen vor dem Schneetod bewahrt haben. Die Hunde wurden über Jahrhunderte von Mönchen gezüchtet, die ein Hospiz am Pass des Großen St. Bernhard betrieben. Das sind nun 200 Jahre her. Ur-Bernhardiner wie Barry wogen allerdings nicht mehr als 40 oder höchsten 50 KG. Die alten Bernhardiner, die den Ruf der Rasse als Lebensretter begründeten, waren Hänflinge gegen die übergroßen Riesen, die man heute auf den Hundeausstellungen sehen kann. Glücklicherweise haben sich Teile der Zucht besonnen und züchten wieder den gesunden, originalen Typ wie es Barry war. Den kann man übrigens in einer sehenswerten Dokumentation über diese Hunderasse im Naturhistorischen Museum Bern bewundern. Bernhardiner haben ein Wesen und eine Ausstrahlung, die schon beim Anschauen glücklich machen und entspannen. Bernhardiner sind die Ruhe selbst. Sie scheinen "über den Dingen zu stehen". Trotz ihrer imposanten Größe und schieren Kraft sind sie feinfühlig und sanftmütig. Es gibt kaum einen Hund, der ein so tolerantes, ausgeglichenes Wesen hat. Gelassen lässt er sich von fremden Kindern streicheln. Man kann sie bedenkenlos mit ihm spielen lassen. Allerdings hat er zugleich einen wachen Beschützerinstinkt. Da zeigt sich seine andere Seite. Seine Familie und sein Territorium verteidigt er kompromisslos und äußerst wirkungsvoll. Dabei verliert ein gut sozialisierter Bernhardiner nie die Kontrolle. Er ist kein Kläffer. Er stellt Eindringlinge leise und unvermittelt. Das reicht. Sein "Dickkopf" ist ebenfalls typisch für diese Rasse, nicht nur vom Äußeren her. Er ist anhänglich. Die enge Bindung an Herrchen und Frauchen ist die entscheidende Grundlage für seine Erziehung. Diese braucht er konsequent und vom Welpenalter an. Sonst heißt es später: 70 KG und mehr, die stur und lustlos Anweisungen befolgen, sind kein Spaß. Man sollte im Hinterkopf haben, dass der Bernhardiner im Zweifelsfall viel stärker ist als das andere Ende der Leine. Er macht es uns aber leicht und sein gelassenes, gutmütiges Wesen verzeiht sogar diesen oder jenen Fehler.

Der Bernhardiner ist ein ausgesprochen warmherziger Familienhund. Da viele gerne zeitweilig draußen in einer ordentlichen Hütte leben, eignet er sich heute noch als Wach- und Schutzhund. Er ist aber niemals ein Zwingerhund. Grundlage für sein zeitweiliges Leben in der Hütte ist der enge Anschluss an seine menschliche Familie. Schon auf Grund seiner Größe und Kraft ist er kein Hund für Anfänger. Seine Haltung ist - wie bei allen Großhunden - aufwändig. Will man sich einen Bernhardiner anschaffen, sollte man verstanden haben, dass seine extremen Ausmaße ganz praktische Probleme mit sich bringen. Das fängt beim Auto an. Und was passiert, wenn der erwachsene Riese einmal krank ist und getragen werden muss? Ein Bernhardiner sollte idealerweise auf dem Land gehalten werden. In Haus und Garten sollte man bedenken, dass der Hund einfach mal so eine Blumenrabatte umpflügen kann, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Der Boden im Haus darf nicht glatt sein. Der Hund sollte nicht häufig Treppen steigen müssen. Der Bernhardiner geht gerne spazieren. Er ist kein Sportler, lässt es vielmehr gemächlich angehen. Im Interesse seiner Fitness sollte man darauf achten, dass er täglich draußen bewegt wird. Wenn man es sich leisten kann, so darf man sich glücklich schätzen, mit einem Bernhardiner zusammenleben zu dürfen. Die tiefe Beziehung, die hier zwischen Mensch und Hund entstehen kann, bereichert unser ganzes Leben in erhabener Weise. Ganz wichtig ist, dass man einen seriösen Züchter findet, der sich am originalen, leichten Bernhardiner orientiert.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ ein guter Beschützer von Haus, Hof und Familie ist

+ treu und anhänglich ist

+ ein ausgeglichenes, gutmütiges Wesen zeigt

+ ausgesprochen kinderlieb ist

dann passt der Bernhardiner ganz hervorragend zu Ihnen.

Wenn Sie einen Hund haben wollen, der

+ leicht und problemlos zu halten ist

+ immer sofort macht, was sie ihm sagen

+ ein Anfängerhund ist

+ im täglichen Unterhalt wenig Aufwand macht

dann ist der Bernhardiner wahrscheinlich nicht der richtige Partner für Sie.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

**

Bewegung

***

Familie

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Anfänger

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