Sheltie

Für wen ist der Sheltie der perfekte Partner?

Der Sheltie stammt von den Shetland-Inseln. Diese Inselgruppe liegt ungeschützt und zerklüftet im Nordatlantik weit nördlich von Schottland. Offiziell heißt der Sheltie daher auch Shetland Sheepdog. Der Sheltie sieht aus wie ein kleiner Collie und ist auch ganz eng mit seinem schottischen Bruder verwandt. Das betrifft seine Genetik, seine früheren Arbeitsaufgaben und sein tolles Wesen. Die kleine Größe des Shelties scheint, wie bei den dortigen Shetland-Ponys auch, eine Anpassung an das extrem raue Klima mit ständig wehenden kalten Winden zu sein. Über Jahrhunderte hüteten Shelties die Schafe weitgehend selbständig. Schafe waren eine der wichtigsten Existenzgrundlagen der Menschen auf den Shetlands. Sie wurden diesen kleinen Hunden anvertraut. Diese haben das in sie gesetzte Vertrauen nie enttäuscht. Schon vor mehr als 100 Jahren wurden diese schönen wie hochintelligenten Hunde als Begleiter populär. Es sind zudem leichtfüßige, geschmeidige, äußerst bewegliche Hunde. Mit etwa 37 cm sind sie körperlich eher kleine Hunde. Doch Shelties haben es in sich. In ihrer Leistungsfähigkeit sind sie ganz Große. Und sie wollen auch so behandelt werden. Sich hier mit dem Tatendrang eines Shelties zu arrangieren, ist im Grunde schon die größte Herausforderung an seine Bezugspersonen. Shelties lernen atemberaubend gut. Sie können sich perfekt benehmen auch ohne Leine. Aber sie stellen auch Ansprüche. Sie suchen die Herausforderung am liebsten zusammen mit ihren Menschen. Daher sind sie der ideale Partner für Hundesport. Shelties sieht man sogar als Rettungs-, Therapie- oder Assistenzhunde. Ein Sheltie ist nichts für Stubenhocker oder Leute, die nicht mit ihm arbeiten oder wenigstens gemeinsam immer etwas Neues erleben wollen. Genug körperliche wie mentale Beschäftigung vorausgesetzt, ist er ein lieber, umgänglicher Familienhund. Hier besticht der Sheltie durch Charme und Cleverness. Fremden gegenüber sind Shelties eher zurückhaltend. Sie sind keine Raufer und können sich, konsequent erzogen, als Begleithund vorbildlich selbst im ärgsten Großstadtdschungel bewegen. Sie sind gute Wächter. Der Jagdinstinkt ist eher wenig entwickelt. So kann man mit ihnen entspannt durch die Natur ziehen. Ob als Familienhund, ob Singles, ob jung oder alt, der Sheltie ist hierfür bestens geeignet. Nur aktiv sollten seine Menschen sein. Shelties binden sich gerne eng an ihr Herrchen und Frauchen. Sie können einem dann jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Sie lassen sich wie kaum ein anderer Hund hervorragend erziehen. Es lässt das Herz jedes Hundefreundes höher schlagen, diesen Hunden bei ihrer „Arbeit“, etwa beim Hundesport zuzuschauen.

Der Sheltie ist dank seiner überschaubaren Größe, seiner Beweglichkeit und Fitness ein überaus praktischer Begleiter. Hinzu kommt sein hervorragendes Benehmen, das bei etwas fachkundiger Erziehung und Ausbildung quasi garantiert ist. Sein langes Fell braucht etwas Pflege, was sich aber absolut im Rahmen hält. Lediglich für das Show-Wesen optimierte Linien mit überlangem, plüschigem Fell, das sogar vor Wind und Wetter geschützt werden muss, können eine pflegeintensive Ausnahme sein. Leider wird er teils zum Modepüppchen verbogen. So wurden ihm exklusive Farben des Fells oder der Augen angezüchtet, die meist auf dem Gendefekt Merle basieren. Man sollte Züchter, die Merle- oder Show-Shelties züchten, meiden und sich einen intelligenten, fitten und gesunden Begleiter als Partner aussuchen, der noch wie ein echter Shetland Sheepdog aussieht und auch so tickt. Ein nicht überzüchteter Sheltie ist ein fantastischer Begleiter und inniger Freund. Glücklicherweise sind diese gesunden Linien des echten Shelties in der seriösen Zucht noch fest etabliert. Diese Hunde sind robust und anspruchslos und erreichen nicht selten ein Lebensalter von 14 und mehr Jahren bei bester Fitness. Ein Sheepdog sollte ein Sheepdog bleiben. Man kann ihn nicht besser machen, höchstens anders.

Christoph Jung

Erziehung

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Pflege

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Beschäftigung

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Bewegung

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Familie

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Anfänger

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