Labrador Retriever

Der freundliche Alleskönner

Ursprung

Der Labrador Retriever ist ein alter Jagdhund. Heute ist er zugleich einer der weltweit beliebtesten Familienhunde sowie einer der leistungsfähigsten Arbeitshunde überhaupt. Als Jagdhund ist er darauf spezialisiert, eine geschossene Ente aus dem Wasser zu apportieren. Der Labrador hat eine gute Portion Molosserblut in sich, was man ihm ein wenig ansieht insbesondere aber sein Wesen besser verstehen lässt. Der Labrador kam vor etwa 200 Jahren von den kanadischen Inseln Neufundland und Labrador nach Europa. Er ist aber keine ursprünglich amerikanische Rasse. Seine Vorfahren kamen wahrscheinlich aus Portugal und England. An der rauen Küste des Nordatlantiks war er - zusammen mit seinem Vetter, dem Neufundländer - ein wichtiger Helfer der Fischer. Er machte sich ebenso bei der Jagd auf Wasservögel nützlich. Mit den Kabeljau-Schiffen kam der schon im 18. Jahrhundert immer wieder nach England. Dort erkannten Jäger sein Talent für das Apportieren aus dem Wasser. Kein anderer Hund apportiert so eifrig und zuverlässig die geschossene Ente selbst aus selbst eiskaltem Nass. Durch das Einkreuzen klassischer Jagdhunde sollten seine jagdlichen Fähigkeiten verbessert und erweitert werden. Die Wasserarbeit als seine Spezialität blieb ihm aber bis heute erhalten. Er ist der meistgebrauchte Apportierhund für Flugwild überhaupt. Dabei kann sich ein trainierter Labrador, während er schussfest neben dem Jäger wartet, genau merken, wohin der Vogel gefallen ist, um ihn dann zielgerichtet zu apportieren.

Eigenschaften/Wesen

Ein Labrador hat noch weit mehr Fähigkeiten. Er arbeitet als Drogenspürhund, Minensuchhund oder Rettungshund und vor allem in seiner Königsdisziplin als Assistenzhund. Zusammen mit seinem Bruder, dem Golden Retriever, ist der Labrador der am häufigsten eingesetzte Begleiter für Menschen mit Handicap etwa Blinde oder Querschnittsgelähmte. Er ist ausgesprochen intelligent und gelehrig und zugleich gutmütig und geduldig. Er hat einen überdurchschnittlich ausgeprägten Arbeitswillen, "will-to-please" wie es die Fachleute nennen. Zudem hat er noch die passenden Maße: nicht zu groß und nicht zu klein. Der Labrador bringt sogar das Kunststück fertig, neben diesen professionellen Arbeitsqualitäten auch noch ein ausgesprochen guter Familienhund zu sein. Das ist eine Seltenheit in der Welt der Hunde. Meist beißen sich extrem hoch entwickelte Arbeitsleistung und die Eignung als Schmuse-, Spiel- und Spazierpartner in einer Familie mit Kindern. Hier kommt wohl sein Molosserblut zur Wirkung. Bei aller Ernsthaftigkeit in der Arbeit ist er dem Menschen uneingeschränkt freundlich, ja herzlich zugewandt. Er sucht die innige Bindung zu seinen Menschen und gibt diese vielfach zurück. Er ist zu Späßchen und Spielen mit den Kindern aufgelegt. Er ist verträglich mit anderen vierbeinigen Hausgenossen. Er ist ein angenehmer Begleiter bei Spaziergängen, Wanderungen ja sogar beim Joggen oder - in Maßen - beim Radfahren. Der Labrador ist ein leicht zu führender Kamerad. Aber hier liegt auch sein Problem, besser das mögliche Problem seiner Menschen. Ein Labbi will und muss erzogen und artgerecht geführt werden. Trotz oder gerade wegen seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten erzieht er sich nicht im Selbstlauf. Führung ohne Konsequenz, ein Tagesablauf ohne Herausforderungen oder mindestens einem ausgedehnten Spaziergang, mangelnde Anbindung an seine Menschen frustrieren ihn. Dann kann er seinen Arbeitseifer schonmal an den Möbeln abarbeiten. Oder er entwickelt sich zu einem Apportier-Junkie. Das artet in Stress für Herrchen und Frauchen aber vor allem für ihn selbst aus. Ein Labrador braucht unbedingt sinnvolle, wesensgerechte Beschäftigung. Das ist im Kern die größte Herausforderung an seine Haltung. So macht er sich gut als Partner bei vielen Sportarten, etwa Agility.

Besonderheiten

Will man sich einen Labrador anschaffen, sollte man auf jeden Fall bereit sein, täglich mit ihm zu arbeiten, mindestens eine größere Runde bei jedem Wetter zu gehen, gerade auch bei kaltem Regenwetter, seinem speziellen Wohlfühlwetter. Ansonsten ist seine Haltung unproblematisch. Er braucht keine besondere Pflege. Hie und da das Fell bürsten reicht. Lediglich seine extreme Verfressenheit sollte man im Auge behalten. Die ist ihm angeboren. Forscher der Uni Cambridge haben 2016 festgestellt, dass beim Labrador eine bestimmte Mutation des POMC-Gens verbreitet ist, die ihn gerne mobbelig werden lässt. Gerade wegen seiner großen Beliebtheit und des damit verbundenen Marktpotenzials, sollte man beim Kauf eines Welpen sehr achtsam vorgehen. Man sollte sich bei einem Züchter direkt vor Ort umschauen, der dem Deutschen Retriever Club oder dem Labrador Club Deutschland angeschlossen ist. Bei diesen Vereinen kommen nur Hunde in die Zucht, die umfangreich auf verschiedene Erbkrankheiten untersucht wurden. Ein Labrador aus seriöser Zucht, insbesondere aus den Gebrauchslinien, ist robust, vital und erfreut sich für gewöhnlich einer guten Gesundheit und Lebenserwartung.

Fazit

Der Labrador ist der Alleskönner unter den Hunden. Zugleich hat er ein überaus menschenfreundliches Wesen. Ein Labrador, durch Aufgaben ausgelastet und regelmäßig bei Wind und Wetter bewegt, ist ein idealer Familienhund und fantastischer, treuer Begleiter.

Christoph Jung

Erziehung

*****

Pflege

*

Beschäftigung

****

Bewegung

****

Familie

*****

Anfänger

***

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