Border Collie

Meister aller Klassen

Ursprung

Der Border Collie stammt, wie sein Name schon andeutet, aus dem Grenzgebiet (Border) von England nach Schottland. Hier, wie auf den britischen Inseln ganz allgemein, hatten sich spezielle Hütehunde herausgebildet, Sheepdogs oder Colleys genannt. Große Beutegreifer wie Bär und Wolf wurden auf der Insel schon vor tausend Jahren ausgerottet. Die Schafherden mussten also nicht mehr durch kräftige Hund beschützt werden, wie auf dem Festland. So konnten sich elegante und wendige Hirtenhunde entwickeln, die voll auf das Hüten und Treiben optimiert sind. Der Border Collie hütet noch heute die Schafe in dem einsamen Grenzgebiet mit seinen Hügeln, Tälern, hohen Farnen und Gräsern. Eine sehr unübersichtliche Gegend. Der Border Collie muss sich mit dem Schäfer über große Entfernungen und teils ohne Sichtkontakt, etwa durch Pfiffe, verständigen können. Er muss dessen Anweisungen verstehen und ebenso präzise ausführen. Oft genug muss er selbständig entscheiden, was zu tun ist. Die Schäfer können sich auf die Arbeit ihrer Border Collies hundertprozentig verlassen - seit Jahrhunderten. Johann Caius, Leibarzt von Queen Elisabeth I., lobt schon 1570 die tolle Arbeit der britischen Sheepdogs. Jedes Jahr werden auf der Insel Wettbewerbe im Hüten, die "National Sheep Dog Trials", veranstaltet. Die Leistungen der Border Collies, die dort gezeigt werden, wären kaum zu glauben, würde man sie nicht live beobachten. Sie zählen zu dem absolut Anspruchsvollstem und Besten, was die Zusammenarbeit von Mensch und Tier hervorgebracht hat. Die "International Sheep Dog Society" betreut den Border Collie auch in der Rassehundezucht. Sie betont den Arbeitscharakter des Border Collies. Seine Intelligenz und seine Fähigkeiten seien entscheidend, speziell die Leistung beim Hüten. Er sei nie auf Schönheit gezüchtet worden und das solle auch so bleiben, lautet ein Grundsatz der ISDS. So wurde erst 1980 ein Standard für ihn aufgeschrieben, der auch sein Aussehen normiert. Bis dahin beschrieben allein die Anforderungen an seine Arbeit den Border Collie und dessen Standard.

Eigenschaften/Wesen

Der Border Collie ist ein hochentwickelter Arbeitshund. Seine Motivation und seine Leistungsfähigkeit bewegen sich im absoluten Spitzenbereich. Aufgrund seiner schnellen Auffassungsgabe und engagierten Mitarbeit ist er der mit Abstand beliebteste Hund bei den Versuchen in den Laboren der Verhaltensbiologen. Border Collies haben eine besonders hoch entwickelte Fähigkeit, die Kommunikation des Menschen zu verstehen. Sie verstehen sogar die Sprache des Menschen bis zu dem Niveau eines vierjährigen Kindes. Manche Border Collies können bis zu 2.000 sprachliche Begriffe verstehen. Sie können ein Wort sicher einem Gegenstand zuordnen. Zudem erkennen sie bei einem neuen Begriff, dass er einem neuen Gegenstand zuzuordnen ist. Fast Mapping nennen das die Wissenschaftler. Solche Leistungen faszinieren. Doch sie sollten nicht zu Illusionen verleiten. Der Border Collie ist ein Lebewesen und kein Computer oder Roboter, den man ausschalten und ein paar Tage in den Schrank stellen kann. Das Zusammenleben mit Border Collies bedeutet vor allem die Verpflichtungen, mit diesen Hunden artgerecht zu arbeiten. Border Collies sind für Herrchen und Frauchen quasi eine Lebensaufgabe. Vor diesem Hintergrund ist er ein toller Begleiter, mit dem man jede Situation des Alltagslebens problemlos meistern kann. Dann ist er auch ein herzerfrischender Partner für die Familie und speziell auch die Kinder - aber eben nur dann.

Besonderheiten

Der Border Collie ist aufgrund seiner besonderen intellektuellen Fähigkeiten und seiner extrem ausgebildeten Arbeitsmotivation ein Ausnahmehund. Er ist nicht einfach Familienhund, wie er zuweilen angeboten wird. Er ist ein Arbeitshund und danach auch ein excellenter Begleiter und Familienhund. Zunächst aber muss man den gemeinsamen Arbeitstag mit seinem Border Collie gestalten. Wenn man kein Schäfer ist, so taugen die meisten Hundesportarten als Ersatz. Einige Border Collie Liebhaber halten extra eine Schafherde, um dem natürlichen Verhaltensrepertoire der Hunde entgegen zu kommen. Es ist natürlich ein besonderes Erlebnis, daran mitzuwirken wie ein guter Border Collie eine Schafherde kontrolliert. Sein Hüteverhalten basiert auf dem Jagdverhalten des Wolfes. Das kann man gut nachempfinden kann, wenn man ihn mit weit nach vorne gestrecktem Kopf und abgesenkter Haltung des ganzen Körpers die Schafe fixieren sieht. Ein unausgelasteter, frustrierter Border Collie kann dieses wölfische Jagdverhalten dann ersatzweise bei seiner Familie ausleben wollen. Das wären dann ernste Probleme. Ein solches Szenario sollte man vor einer Anschaffung bedacht haben. Mit seiner Einordnung in die Rassehundezucht wurde der Border Collie leider nach Äußerlichkeiten taxiert. Zugleich wurden durch eine Zuchtauswahl jenseits von Leistung und Wesen auch Erbkrankheiten, etwa die Veranlagung zu Epilepsie und Augenkrankheiten, verbreitet.

Fazit

Der Border Collie ist als arbeitender Partner des Menschen der Meister aller Klassen. Darauf muss man sich einlassen wollen und auch können. Es ist eine Herausforderung, eine tolle. Vor diesem Hintergrund hat man gute Chancen auf ein höchst intensives und faszinierendes Erleben der besonderen Partnerschaft von Mensch und Hund.

Christoph Jung

Erziehung

*****

Pflege

**

Beschäftigung

*****

Bewegung

*****

Familie

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Anfänger

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