Beagle

Sozialer Jäger

Ursprung

Der Beagle ist Abkömmling einer der ältesten Hunderassen überhaupt. Gleichwohl war er in Deutschland lange Zeit nur Insidern bekannt. Erst in den 1980er Jahren wurde er bei uns langsam bekannt und dann schnell umso beliebter. Seine Beliebtheit wundert kaum, denn er ist ein interessanter und hoch sozialer Hund. Seine Spezialität war und ist die Jagd in der Meute. Der Beagle zählt zum Typ der Bracken. Diese wiederum zählen zu den Urtypen des Hundes überhaupt. Sie werden schon in steinzeitlichen Höhlenmalereien abgebildet. Auch die ältesten Schriften über Hunde, etwa die 2.400 Jahre alte Kynegetikos des Xenophon, beschreiben die Jagd mit Hunden vom Typ eines Beagles. Während Windhunde einen Hasen durch ihre Schnelligkeit einholen, gewinnt der Beagle durch seine Ausdauer, Beharrlichkeit und insbesondere durch seine hervorragende Nase. Der britische Naturforscher Thomas Bewick beschreibt 1790 die Arbeitsweise des Beagles sehr anschaulich: "Obwohl er dem Hasen an Schnelligkeit meist unterlegen, folgt er ihm durch seinen vorzüglichen Geruchssinn und folgt seinen Spuren trotz aller Wendungen mit großer Genauigkeit und Ausdauer." Das trifft sein heutiges Wesen schon recht genau. Hinzu kommt seine hohe soziale Kompetenz, die ihm in die Wiege gelegt ist. Durch sein Leben als Meutehund hat er sie verinnerlicht. Mehr noch als andere Hunderassen mussten Beagle sich in eine Gemeinschaft einpassen. Selbst in den Phasen der Langeweile und Enge, als große Hundemeute eingesperrt im Zwinger, durfte er keine Aggression zeigen. Diese Eigenschaften werden heute leider von der Pharmaindustrie ausgenutzt, die den Beagle im großen Stil als Laborhund einsetzt. Es gibt ganze Hundefabriken in Deutschland, die Beagle-Nachschub liefern. Um die Hunde, die dann ausgemustert werden, kümmern sich engagierte Hundefreunde wie die Laborbeaglehilfe.

Eigenschaften/Wesen

Beagles gelten als stur und dickköpfig. Das verwundert kaum. Über Jahrhunderte zählte diese Eigenschaft zu seinen Trümpfen des Überlebens. Nur mit einer guten Portion Sturheit und Beharrlichkeit konnte er der Spur des Wildes folgen. Allerdings sollte man einen solchen Dickkopf nicht mit mangelnder Lernfähigkeit verwechseln. Der Beagle braucht eine klare Ansage und eine einfühlsame aber konsequente Hand von Herrchen und Frauchen. Dann ist die Erziehung kein Problem. Ein frustrierter, einsamer Beagle, der sich langweilt, kann allerdings zu einem Problem werden. Aus Frust und Langeweile kann er im Extremfall eine Wohnung auseinandernehmen. Am liebsten will er täglich mit Herrchen und Frauchen ausgiebig durch die Natur ziehen. Das allerdings verspricht herrliche Erlebnisse, die Leib und Seele gut tun. Verbunden mit seinem freundlichen Wesen, seiner hohes Stresstoleranz und weitgehend fehlenden Aggressivität sorgt er zuverlässig für Entschleunigung im oft hektischen Leben unserer Zeit. Beim Spazierengehen sollte man allerdings im Bewusstsein haben, dass der Beagle ein Jagdhund ist. Nimmt seine feine Nase die Spur eines Hasen oder Kaninchens auf, wird er plötzlich unruhig. Da ist schnelles Abrufen angesagt sonst sagt uns der Hund für die nächsten Stunden erst einmal Adé. Dann ist er mit seiner Nase ganz tief unten auf der Fährte unterwegs. Heute wird er nur noch selten als Jagdhund verwendet. Doch der Verein Jagd-Beagle hält diese Tradition lebendig. Wer sich für einen Beagle interessiert, sei ans Herz gelegt, den Beagles bei der "Jagd" in der Meute zuzuschauen. Diese Jagdhunde mit Leib und Seele machen sich erstaunlich gut als Begleiter und Familienhund. Beagle gelten zudem als besonders kinderfreundlich. Hier zeigt sich einmal mehr seine hohe soziale Kompetenz.

Besonderheiten

Der Beagle ist ausgesprochen problemlos in seiner Haltung. Voraussetzung sind neben guter Sozialisation und Erziehung die regelmäßigen, möglichst täglichen Ausflüge in die Natur. Eine weitere Herausforderung liegt in der außerordentlichen Verfressenheit eines Beagles. Möglicherweise ist das auch ein Erbe der Meutehundezeit, wo es galt, sich innerhalb kürzester Zeit einen möglichst großen Happen vom eh immer zu knappen Kuchen einzuverleiben. Doch dieses Problem ist nicht so leicht beherrschbar, wie man denken könnte. Denn in die bettelnden Augen eines Beagles zu schauen und dabei hart zu bleiben, erfordert viel mentale Kraft des Zweibeiners. Für die Gesundheit unseres Hundepartners ist es aber wichtig, ihn bei passendem Gewicht zu halten. Seine schnell gewachsene Beliebtheit und anspruchslose Haltung hat viele Puppy Mills als Anbieter von Welpen auf den Plan gerufen. Hie und da ist erbliche Epilepsie ein Problem. Man sollte sich den Züchter sorgfältig aussuchen und vor Ort umfangreich erkundigen. Im großen und ganzen gilt der Beagle auch heute noch als gesunde und sehr robuste Hunderasse.

Fazit

Der Beagle ist ein hervorragender, umgänglicher Familienhund. Man muss nur einige wenige Dinge beachten, dann steht einer wunderbaren gemeinsamen Zeit nichts im Wege. So ist er auch für einen engagierten Anfänger mit Hundeverstand geeignet. Der Beagle ist ein unproblematischer Partner und treuer Freund mit dem man durch dick und dünn gehen kann.

Christoph Jung

Erziehung

****

Pflege

*

Beschäftigung

***

Bewegung

***

Familie

*****

Anfänger

***

Copyright by HUNDEWELT

Ihre Züchteranzeige hier?

PLZ 2

Beaglezucht Lüneburger Heide, FCI/VDH/BCD Zeitw. Welpen abzug., N. Lindley 29646 Bispingen, T. 05194-9826090, www.a-wisp-of-my-desire.de nicolevondamm@yahoo.de, facebook: Nicole Lindley