Ernährungssensibilität


Wie ernähre ich einen ernährungssensiblen Hund?

Nahrung ist Medizin, lautet eine Weisheit. Auch dass Hunde durch falsche Ernährung handfeste gesundheitliche Probleme bekommen können, hat sich herumgesprochen. Die frühen Anzeichen für Unverträglichkeiten sind unspezifisch und vielfältig.

So zeigt der eine Hund Schuppenbildung oder stumpfes Fell, der andere eine Ohrenentzündung, und der dritte schmatzt phasenweise, was auf Magenschmerzen hindeuten kann. Auch Juckreiz, Blähungen und Darmgeräusche sowie breiiger Kot können Folge einer unverträglichen Ernährung sein.

„Aber er hat sein Futter doch immer vertragen“, wundert sich mancher Hundehalter. Gerade Allergien entstehen manchmal erst nach langer Zeit, nämlich immer erst nach einem ersten Kennenlernen, der Sensibilisierung. Vereinfacht ausgedrückt: Das Immunsystem muss einen Stoff zunächst einordnen in „gut“ oder „böse“. Erst beim späteren Kontakt mit einer „bösen“ Substanz erfolgt die Abwehrreaktion in Form von Allergie-Symptomen. Bei einer Unverträglichkeit kann sich schon beim ersten Kennenlernen die Ablehnung äußern – aber ebenso häufig entwickelt sie sich erst nach Jahren.

Hilfe aus der Natur

  • Magenschmerzen, Übersäuerung, Sodbrennen: Ulmenrinde, Heilerde, Käsepappeltee

  • Darmentzündung: Inulin, Salbeitee

  • Verstopfung: Flohsamenschalen

  • Darmflora unterstützen: Probiotika, Aloe vera

  • Blähungen, Aufgasung, Darmgeräusche: Anis-Fenchel-Tee

  • Diarrhoe: 24-28 Std. fasten, danach Moro’sche Möhrensuppe und anschl. Schonkost

Bei Allergieverdacht kann ein Bluttest zunächst Aufschluss geben, ob der Körper tatsächlich auf Futtermittel reagiert, und ob gleichzeitig eine Allergie auf andere Faktoren die Symptome mit verursacht. Ist letzteres nicht der Fall, sollte man eine Ausschluss- und Suchdiät anschließen. Der Wechsel von einem industriellen Fertigfutter aufs andere ist sinnlos. Nur die gezielte Ausschlussdiät mit kontrollierten Inhaltsstoffen bringt Aufschluss über die schuldigen Nahrungsmittel. Ein Ernährungstagebuch hilft dabei sehr.

  • Bei ernährungssensiblen Hunden gilt: weniger ist mehr.

  • Eine Ausschlussdiät kann die Rettung bei einem empfindlichen Magen sein. Aber auch hier sollte man sich zu Beginn auf nur ein Protein festlegen.


Bei Unverträglichkeiten hilft ein Bluttest nicht weiter, hier muss man mit der Ausschluss- und Suchdiät die Lebensmittel herausfinden, die dem Hund guttun. Es gibt verschiedene natürliche Zusätze, um den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen, aber auch hier gilt: Jedes Tier tickt anders.

Die meisten Hunde mit einer Nahrungssensibilität bleiben lebenslang empfindlich. Mit kontrollierter Ernährung können sie aber ein normales Leben führen.

So funktioniert die Ausschlussdiät


Man nimmt einen tierischen Proteinträger, den der Hund noch nie gefressen hat. Meist eignen sich dafür nur Exoten wie Strauß, Känguru, Elch, Rentier u.ä.. Dazu gibt man einen Kohlenhydratträger, der ebenfalls im Idealfall unbekannt ist: Hirse, Amarant, Süßkartoffeln. Nur diese beiden Komponenten werden für 4 bis 8 Wochen gefüttert. In dieser Zeit sollte sich die Symptomatik komplett beruhigen, sonst liegt das Problem vermutlich nicht am Futter. Wichtig: Nur wenn die Diät zu 100 % durchgehalten wird, hat sie Aussagekraft. Jede Kleinigkeit zwischendurch kann den Erfolg infrage stellen.

Tipp: Einen gesunden Hund nie mit Exoten füttern, so bleiben für den Fall einer notwendigen Ausschlussdiät immer Reserveproteinträger.

Von Annette Dragun

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